Reinhard Grindel, ehem. DFB-Präsident

FPC-Schirmherr von 2016 bis 2018

Grußwort zum 13. Fair-Play-Cup (2018)

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Freundinnen und Freunde des Fußballs,

zur 13. Ausgabe des Fairplay-Cups heiße ich alle Beteiligten sehr herzlich willkommen in der Mön-Halle in Ratekau. Als Schirmherr der Veranstaltung hätte ich es sehr gerne eingerichtet, erneut selber vor Ort zu sein. Leider lässt mein Terminplan dies nicht zu, sie können mir glauben, dass ich dies sehr bedauere.

Fairplay ist dem DFB und mir persönlich ein zentrales Anliegen. Zum Fairplay gehört es für uns dazu, faires Spiel zu würdigen. Daher will ich in diesem Rahmen das Beispiel von John Hohmann vom FSV Kali Werra Tiefenort aus Thüringen erwähnen, dem diesjährigen Gewinner der Fairplay-Medaille in der Kategorie Amateure. Hohmann ist Stürmer der Spielgemeinschaft FSV Kali Werra Tiefenort. Beim Kreisliga-Spiel gegen den FSV Diedorf im Juni 2018 rannte er mit dem Ball am Fuß in den gegnerischen Strafraum, kam dort zu Fall. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß, die Kollision mit dem Diedorfer Torhüter hielt er für ahndungswürdig. Und was machte Hohmann? Korrigierte den Unparteiischen. „Der Torwart hatte ganz klar den Ball gespielt. Das war absolut kein Elfmeter“, begründete er. Eine bemerkenswerte Aktion, die vor dem Hintergrund der Brisanz des Spiels zusätzlichen Glanz erhält. Sowohl Tiefenort als auch Diedorf spielten gegen den Abstieg: Mit einem Sieg hätte der FSV den Klassenerhalt schaffen können. Hohmann hätte sich darüber nicht freuen können, und diese Einstellung ehrt ihn. Siege sind nichts wert, wenn sie nicht mit fairen Mitteln errungen wurden.

Ich möchte hier auch von unserer Bewerbung um die Ausrichtung der EURO 2024 berichten. Weil ich behaupten kann, dass unsere Bewerbung ein Muster an Fairplay gewesen ist. Wir haben einen Bewerbungsprozess durchgeführt, der zu jeder Zeit und in allen Fragen transparent war. Zum Fairplay gehört, wie ich finde, andererseits auch, dass wir das Turnier nutzen, insbesondere um unsere Amateurvereine, am Erfolg teilhaben zu lassen. Von der WM 2006 wissen wir, dass ein so großes Turnier Begeisterung bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen kann. Für den Fußball in Deutschland haben wir nun die Pflicht, diesen Effekt zu stärken und dafür zu sorgen, dass im Zuge des Fußballfestes 2024 möglichst viele Kinder und Jugendliche den Weg in unsere Vereine finden.  Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass dieser Effekt auch in Ratekau und bei den teilnehmenden Klubs des Fairplay-Cups spürbar wird.

Ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß und eine gute Zeit beim Fairplay-Cup in Ratekau. Mit Blick auf den Kalender wünsche ich natürlich auch einen guten Rutsch und einen gelungenen Start ins Jahr 2019.

Reinhard Grindel

(ehem. DFB-Präsident)